Abstillen
Abstillen
Sanft und selbstbestimmt – so gelingt der Übergang
Das Stillen zu beenden ist ein großer Schritt – für dich und dein Kind. Egal ob du nach wenigen Wochen, Monaten oder Jahren abstillst: Der richtige Zeitpunkt ist der, der für eure Familie passt. Hier erfährst du, wie du sanft abstillst, was bei zu viel Milch hilft und wie du mit den Emotionen umgehst.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Es gibt keinen „perfekten” Zeitpunkt zum Abstillen. Die WHO empfiehlt mindestens 6 Monate voll zu stillen und neben Beikost bis zum 2. Lebensjahr. Aber: Jede Stillbeziehung ist individuell.
Gründe zum Abstillen können sein:
- Du fühlst dich bereit und möchtest aufhören
- Dein Kind zeigt weniger Interesse an der Brust
- Wiedereinstieg in den Beruf
- Neue Schwangerschaft
- Gesundheitliche Gründe oder Erschöpfung
Deine Entscheidung
Es ist dein Körper und deine Entscheidung. Wenn du bereit bist aufzuhören, ist das ein guter Grund. Du musst dich vor niemandem rechtfertigen.
Sanft abstillen: Schritt für Schritt
Langsames Abstillen ist am schonendsten für dich und dein Kind.
Die Grundregel: „Nicht anbieten, nicht verweigern”
Biete die Brust nicht aktiv an, aber verweigere sie auch nicht, wenn dein Kind fragt. Mit der Zeit wird es seltener danach verlangen.
Schrittweises Vorgehen
Eine Stillmahlzeit ersetzen
Beginne mit der Mahlzeit, die am wenigsten wichtig ist – meist die am Mittag.
3–7 Tage warten
Gib deinem Körper und deinem Kind Zeit, sich an die Veränderung anzupassen.
Nächste Stillmahlzeit ersetzen
Wieder eine Mahlzeit weglassen und abwarten.
Alternativen anbieten
Kuscheln, Vorlesen, Snacks – schaffe neue Nähe-Rituale, die die Brust ersetzen.
Typische Reihenfolge
| Reihenfolge | Mahlzeit | Alternative |
|---|---|---|
| Zuerst | Tagsüber zwischendurch | Ablenkung, Spielen |
| Dann | Nachmittags | Snack anbieten |
| Dann | Morgens | Frühstück, Kuscheln |
| Dann | Abends | Einschlafritual ändern |
| Zuletzt | Nachts | Siehe Gordon-Methode |
Nachts abstillen
Das nächtliche Stillen ist oft das Schwierigste abzugewöhnen. Die Gordon-Methode ist ein sanfter Ansatz ab ca. 12 Monaten.
Gordon-Methode
Zeitfenster wählen
Definiere ein „stillfreies Zeitfenster” von 7 Stunden, z.B. 23–6 Uhr.
Erste 3–4 Nächte
In diesem Fenster: Stillen ist okay, aber nicht mehr an der Brust einschlafen lassen. Vor dem Einschlafen ablösen.
Nächste 3–4 Nächte
In diesem Fenster nicht mehr stillen, aber kuscheln, trösten, bei deinem Kind sein.
Partner einbeziehen
Wenn möglich, übernimmt der Partner das nächtliche Beruhigen. Keine Brust = schnellere Akzeptanz.
Was passiert mit deinem Körper?
- Milchproduktion geht langsam zurück
- Brüste können sich vorübergehend prall anfühlen
- Hormone (Prolaktin, Oxytocin) sinken
- Mögliche Stimmungsschwankungen
- Zyklus normalisiert sich
Milchproduktion reduzieren
Sanfte Methoden
- Weniger entleeren: Nur so viel ausstreichen wie nötig, um Druckgefühl zu lindern
- Salbeitee: 2–3 Tassen pro Tag – wirkt mild milchhemmend
- Pfefferminztee: Ebenfalls mild milchhemmend
- Kühlen: Kohlblätter oder Kompressen bei Beschwerden
Multi-Mam Kompressen
Kühlende Gelkompressen können auch beim Abstillen helfen, Spannungsgefühle zu lindern.
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„Abbinden” der Brüste ist veraltet und gefährlich – es erhöht das Risiko für Milchstau. Ein stützender Sport-BH ist okay.
Sofort zur Ärztin bei:
- Fieber über 38,4°C
- Stark gerötete, heiße Stelle an der Brust
- Anzeichen einer Mastitis
Emotionen beim Abstillen
Abstillen ist oft emotional. Das ist völlig normal!
Eine besondere, intime Zeit endet – es ist okay, das zu betrauern.
Du bekommst deinen Körper zurück und gewinnst Freiheit.
Habe ich richtig entschieden? Ja – dein Wohlbefinden zählt.
Endlich wieder flexibler – und das ist absolut in Ordnung!
Was hilft:
- Erlaube dir alle Gefühle – sie sind berechtigt
- Schaffe neue Nähe-Rituale mit deinem Kind
- Feiere, was du geschafft hast – jeder Tag Stillen zählt!
„Stillen” von Márta Guóth-Gumberger
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Egal wann du aufhörst: Du hast deinem Kind das Beste gegeben. Jeder Tag Stillen zählt – ob 3 Wochen, 3 Monate oder 3 Jahre. Du bist eine tolle Mama!