Stillen & Fläschchen

Mastitis

Medizinisch

Mastitis (Brustentzündung)

Symptome erkennen, richtig behandeln und vorbeugen

Hohes Fieber, Schüttelfrost, eine stark gerötete, heiße Stelle an der Brust und du fühlst dich, als hättest du eine schwere Grippe – das sind die typischen Zeichen einer Mastitis. Die Brustentzündung ist schmerzhaft und belastend, aber mit der richtigen Behandlung gut in den Griff zu bekommen. Und ja: Du darfst und sollst weiterstillen!

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Was ist eine Mastitis?

Eine Mastitis ist eine Entzündung des Brustdrüsengewebes, die während der Stillzeit auftreten kann (Mastitis puerperalis). Sie entwickelt sich meist aus einem unbehandelten Milchstau, wenn Bakterien – oft durch kleine Risse in der Brustwarze – ins Gewebe eindringen.

Etwa 10–20 % aller stillenden Mütter entwickeln mindestens einmal eine Mastitis, meist in den ersten 6 Wochen nach der Geburt. Sie kann aber in jeder Phase der Stillzeit auftreten.

Wichtig

Eine Mastitis muss behandelt werden! Unbehandelt kann sie zu einem Abszess führen, der operativ eröffnet werden muss. Früh erkannt ist sie aber gut behandelbar – oft sogar ohne Antibiotika.

Symptome erkennen

Die Mastitis kommt oft „wie aus dem Nichts” und entwickelt sich innerhalb weniger Stunden:

  • Hohes Fieber
    Über 38,4 °C, oft schnell ansteigend auf 39–40 °C
  • Schüttelfrost
    Typisches Zeichen, das die Mastitis vom Milchstau unterscheidet
  • Grippeähnliches Gefühl
    Gliederschmerzen, extreme Erschöpfung, Kopfschmerzen
  • Stark gerötete Stelle
    Oft keilförmig, wie ein Tortenstück von der Brustwarze ausgehend
  • Überwärmung & starke Schmerzen
    Intensiver als beim Milchstau, auch ohne Berührung
  • Allgemeines Krankheitsgefühl
    Du fühlst dich richtig krank – das ist der wichtigste Unterschied zum Milchstau

Abgrenzung: Milchstau vs. Mastitis

Milchstau

  • Verhärtung, Druckschmerz
  • Leichtes Fieber (bis 38,4 °C)
  • Leicht angeschlagen
  • Bessert sich durch Stillen

Mastitis

  • Rötung, starke Schmerzen
  • Hohes Fieber (über 38,4 °C)
  • Richtig krank (wie Grippe)
  • Braucht ggf. Antibiotika

Ursachen und Risikofaktoren

Meist beginnt es mit einem Milchstau: Milch kann nicht abfließen, das Gewebe schwillt an, kleine Risse in der Brustwarze ermöglichen Bakterien den Eintritt. Am häufigsten ist Staphylococcus aureus der Auslöser – ein Bakterium, das auf der Haut und in Mund und Nase des Babys vorkommt.

Risikofaktoren

  • Wunde oder rissige Brustwarzen – Eintrittspforten für Bakterien
  • Vorausgegangener Milchstau – unvollständige Entleerung der Brust
  • Stress und Übermüdung – schwächen das Immunsystem
  • Schlechte Anlegetechnik – verursacht beides: wunde Brustwarzen und Milchstau
  • Einengende BHs oder Kleidung – behindern den Milchfluss
  • Vorherige Mastitis – Wiederholungsrisiko ist erhöht
  • Geschwächtes Immunsystem

Behandlung: Was wirklich hilft

Diese Sofort-Maßnahmen solltest du innerhalb der ersten 24 Stunden einleiten:

1

Bettruhe – nicht verhandelbar!

Bei einer Mastitis gehörst du ins Bett. Dein Körper kämpft gegen eine Infektion und braucht alle Energie. Lass dir helfen und kümmere dich nur ums Stillen und Erholen.

2

Sehr häufig stillen

Alle 1–2 Stunden anlegen, auch nachts! Die betroffene Brust muss entleert werden. Beginne immer mit der entzündeten Seite.

3

Wärme vor dem Stillen, Kälte danach

Vor dem Stillen: warme Kompressen für 5–10 Minuten. Nach dem Stillen: kühlende Umschläge (Weißkohlblätter oder Kühlkompressen).

Hilft bei der Genesung

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4

Sanfte Massage

Während des Stillens die verhärtete Stelle sanft Richtung Brustwarze massieren. Nicht zu fest – das kann die Entzündung verschlimmern!

5

Ibuprofen

Ibuprofen ist das Mittel der Wahl: Es senkt das Fieber, lindert Schmerzen und wirkt entzündungshemmend. 400 mg alle 6–8 Stunden, maximal 1200 mg pro Tag. Ibuprofen ist stillverträglich!

6

Viel trinken

Bei Fieber verliert dein Körper viel Flüssigkeit. Trinke mindestens 2–3 Liter am Tag.

Darf ich weiterstillen?

Ja, unbedingt!

Du sollst an der betroffenen Brust weiterstillen. Das ist medizinisch empfohlen und wichtig für die Heilung.

  • Die Milch ist nicht schädlich
    Sie ist sicher für dein Baby – auch bei Entzündung
  • Die Brust muss entleert werden
    Damit die Entzündung abheilen kann
  • Stillen ist effektiver als Abpumpen
    Abpumpen allein entleert die Brust weniger gründlich
  • Antikörper fürs Baby
    Dein Baby nimmt mit der Milch schützende Antikörper auf

Ausnahme

Nur in sehr seltenen Fällen (Abszess mit Eiter aus der Brustwarze) kann eine kurze Stillpause an der betroffenen Seite nötig sein – das entscheidet die Ärztin. Auch dann wird an der gesunden Brust weitergestillt.

Wann brauche ich Antibiotika?

Nicht jede Mastitis braucht Antibiotika! Die aktuellen Leitlinien empfehlen:

Antibiotika sind nötig, wenn:

  • Nach 24–48 Stunden konservativer Behandlung keine Besserung eintritt
  • Die Symptome sehr schwer sind (hohes Fieber über 39 °C, starkes Krankheitsgefühl)
  • Rissige Brustwarzen einen Eintrittspfad für Bakterien bieten
  • Die Rötung sich ausbreitet statt zurückgeht

Stillverträgliche Antibiotika

Deine Ärztin wird ein stillverträgliches Antibiotikum verschreiben, meist Penicilline oder Cephalosporine. Wichtig: Die gesamte Packung aufbrauchen, auch wenn es dir schon besser geht! Auch während der Antibiotika-Einnahme sollst du weiterstillen.

Mastitis vorbeugen

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Wann sofort zum Arzt?

Sofort ärztliche Hilfe holen bei:

  • Fieber über 38,4 °C mit Brustschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Keine Besserung nach 24–48 Stunden Selbstbehandlung
  • Verschlechterung trotz Maßnahmen
  • Eitrige oder blutige Absonderung aus der Brustwarze
  • Fluktuierende (schwappende) Stelle in der Brust – Hinweis auf Abszess
  • Rote Streifen, die von der Brust weglaufen

Was macht die Ärztin?

  • Körperliche Untersuchung der Brust
  • Ggf. Ultraschall zum Ausschluss eines Abszesses
  • Verschreibung von Antibiotika wenn nötig
  • Bei Verdacht auf Abszess: Punktion oder operative Eröffnung
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Die gute Nachricht

Mit der richtigen Behandlung geht es den meisten Frauen innerhalb von 24–48 Stunden deutlich besser. Die Mastitis ist kein Grund abzustillen – im Gegenteil, Weiterstillen ist Teil der Therapie. Du schaffst das!

Quellen: Academy of Breastfeeding Medicine: Protocol #36 The Mastitis Spectrum, 2022; WHO: Mastitis – Causes and Management; AWMF-Leitlinie: Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzeit; Embryotox: Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit.
Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung.
Stand: Februar 2026