Stillen & Fläschchen

Wunde Brustwarzen

Wunde Brustwarzen

Ursachen, schnelle Hilfe und die richtige Pflege

Wunde, rissige oder sogar blutende Brustwarzen – fast jede stillende Mutter kennt das Problem. Die Schmerzen können so stark sein, dass das Stillen zur Qual wird. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen liegt es an der Anlegetechnik, die sich korrigieren lässt. Mit der richtigen Pflege heilen die Brustwarzen schnell.

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Was ist normal, was nicht?

Normal in den ersten Tagen

  • Leichte Empfindlichkeit beim Anlegen
  • Kurzes Ziehen in den ersten 10–30 Sekunden
    Das dann nachlässt
  • Leichte Rötung der Brustwarzen

NICHT normal

  • Schmerzen während der gesamten Stillmahlzeit
  • Schmerzen, die von Tag zu Tag schlimmer werden
  • Risse, Blasen oder blutige Stellen
  • Verformte Brustwarze nach dem Stillen
    Wie ein Lippenstift – Zeichen für falsches Anlegen
  • Brennende Schmerzen zwischen den Stillmahlzeiten

Wichtig

Schmerzen beim Stillen sind ein Warnsignal – nicht etwas, das du aushalten musst! Sie zeigen fast immer, dass etwas nicht optimal läuft.

Ursachen für wunde Brustwarzen

Häufigste Ursache: Ungünstige Anlegetechnik (90 % der Fälle)

Wenn das Baby nicht genug Brustgewebe erfasst und nur an der Brustwarze saugt, wird diese bei jeder Stillmahlzeit verletzt. Anzeichen für schlechte Anlage:

  • Baby hat nur die Brustwarze im Mund, nicht den Warzenhof
  • Lippen sind nach innen gezogen statt nach außen gestülpt
  • Schmatzende oder klickende Geräusche beim Saugen
  • Brustwarze sieht nach dem Stillen verformt aus (wie ein Lippenstift)

→ Lies dazu: Baby richtig anlegen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Weitere Ursachen

  • Zu kurzes Zungenbändchen: Baby kann Zunge nicht richtig bewegen
  • Saugverwirrung: Nach Schnuller oder Flasche
  • Soor (Pilzinfektion): Brennende Schmerzen, auch zwischen Stillmahlzeiten
  • Hautprobleme: Ekzeme, Allergien auf Stilleinlagen oder Waschmittel
  • Flache/hohlförmige Brustwarzen: Anlegen schwieriger
Weitere Ursachen
  • Zu kurzes Zungenbändchen: Baby kann Zunge nicht richtig bewegen
  • Saugverwirrung: Nach Schnuller oder Flasche
  • Soor (Pilzinfektion): Brennende Schmerzen, auch zwischen Stillmahlzeiten
  • Hautprobleme: Ekzeme, Allergien auf Stilleinlagen oder Waschmittel
  • Flache/hohlförmige Brustwarzen: Anlegen schwieriger

Behandlung und schnelle Hilfe

1

Anlegetechnik korrigieren (das Wichtigste!)

Solange die Ursache nicht behoben wird, heilen die Brustwarzen nicht. Lass dir von einer Hebamme oder Stillberaterin zeigen, wie du richtig anlegst.

2

Muttermilch als Heilmittel

Nach dem Stillen etwas Muttermilch auf der Brustwarze verteilen und an der Luft trocknen lassen. Muttermilch hat antibakterielle und heilungsfördernde Eigenschaften.

3

Lanolin-Salbe

Reines Lanolin bildet eine schützende Schicht, hält die Haut feucht und fördert die Heilung. Muss vor dem Stillen nicht entfernt werden.

4

Luft an die Brustwarzen

So oft wie möglich die Brüste an der Luft lassen. Nach dem Stillen nicht sofort den BH schließen.

5

Kühlende Kompressen

Gelkompressen aus dem Kühlschrank beruhigen gereizte Brustwarzen zwischen den Stillmahlzeiten.

6

Schmerzmittel bei Bedarf

Ibuprofen oder Paracetamol sind stillverträglich und können die Schmerzen beim Anlegen erträglicher machen, während die Brustwarzen heilen.

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Die richtige Brustwarzenpflege

Do’s

  • Nach dem Stillen Muttermilch antrocknen lassen
  • Lanolin dünn auftragen
  • Atmungsaktive Stilleinlagen verwenden und häufig wechseln
  • Weiche, gut sitzende Still-BHs tragen
  • Brustwarzen nur mit Wasser reinigen

Don’ts

  • Keine Seife, Duschgel oder Desinfektionsmittel
  • Nicht an Krusten kratzen oder ziehen
  • Keine feuchten Stilleinlagen im BH belassen
  • Baby nicht einfach von der Brust ziehen (immer erst Vakuum lösen)

Stillen trotz Schmerzen – Tipps

  • Mit der weniger schmerzenden Seite beginnen: Das Baby saugt am Anfang am kräftigsten
  • Position wechseln: Andere Stellen der Brustwarze werden belastet
  • Kurz vor dem Stillen kühlen: Betäubt leicht
  • Entspannen: Anspannung verstärkt den Schmerz
  • Im Notfall abpumpen: Gibt den Brustwarzen eine Pause (nicht länger als 24–48 Stunden). Mehr dazu: Muttermilch abpumpen & aufbewahren

Stillhütchen – nur als letzter Ausweg

Stillhütchen aus Silikon können vorübergehend Entlastung bringen. Sie sollten aber nur nach Rücksprache mit einer Stillberaterin verwendet werden, da sie die Milchproduktion reduzieren und das Problem langfristig verschlimmern können.

Sonderfall: Soor (Pilzinfektion)

Wenn die Schmerzen brennend oder stechend sind und auch zwischen den Stillmahlzeiten auftreten, kann eine Pilzinfektion (Soor) die Ursache sein.

Typische Soor-Symptome

  • Brennende, stechende Schmerzen
    Während und nach dem Stillen
  • Schmerzen strahlen tief in die Brust aus
  • Brustwarzen glänzen rosa/rötlich oder sind schuppig
  • Baby hat evtl. weißen Belag im Mund (Mundsoor)

Beide behandeln!

Soor muss ärztlich behandelt werden – sowohl bei dir als auch beim Baby gleichzeitig, sonst steckt ihr euch gegenseitig wieder an. Meist werden antimykotische Cremes und Gels verschrieben.

Wann zum Arzt oder zur Stillberaterin?

Professionelle Hilfe holen bei:

  • Keine Besserung trotz korrigierter Anlegetechnik
  • Tiefe Risse oder stark blutende Brustwarzen
  • Anzeichen einer Infektion (Eiter, starke Rötung, Fieber)
  • Brennende Schmerzen zwischen den Stillmahlzeiten (Soor-Verdacht)
  • Verdacht auf verkürztes Zungenbändchen beim Baby
  • Schmerzen machen das Stillen unerträglich
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Durchhalten lohnt sich!

Wunde Brustwarzen heilen meist innerhalb weniger Tage, wenn die Ursache behoben wird. Nach 2–3 Wochen haben sich die Brustwarzen ans Stillen gewöhnt und Schmerzen gehören der Vergangenheit an.

Quellen: La Leche Liga: Sore Nipples; Academy of Breastfeeding Medicine: Clinical Protocol #26 Persistent Pain; BZgA: Stillen und Muttermilchernährung.
Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Stillberatung.
Stand: Februar 2026