Wochengeld Österreich
Wochengeld Österreich 2026: Anspruch, Höhe & Berechnung
Du bist schwanger und fragst dich, wie viel Wochengeld dir zusteht? In diesem Guide erfährst du alles über Anspruch, Berechnung, Höhe und Antrag – inklusive dem neuen Sonderwochengeld. Mit unserem Wochengeld-Rechner im Familienkompass+ kannst du dein persönliches Wochengeld berechnen.
- Das Wochengeld ersetzt dein volles Nettoeinkommen während des Mutterschutzes – es gibt keine Obergrenze.
- Du erhältst es 8 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt (mind. 16 Wochen).
- Berechnung: Durchschnittliches Nettoeinkommen der letzten 3 Monate + Sonderzahlungszuschlag.
- Geringfügig Beschäftigte mit Selbstversicherung: 12,19 € täglich (2026).
- NEU seit 2024: Sonderwochengeld schließt die „Wochengeldfalle”.
1. Was ist Wochengeld?
Das Wochengeld ist eine Geldleistung der Sozialversicherung, die dein Einkommen während des Mutterschutzes ersetzt. Während der gesetzlichen Schutzfrist darfst du als werdende Mutter nicht arbeiten – und das Wochengeld sorgt dafür, dass du in dieser Zeit finanziell abgesichert bist.
Anders als viele andere Sozialleistungen hat das Wochengeld keine Obergrenze. Es orientiert sich an deinem tatsächlichen Nettoeinkommen. Je mehr du verdient hast, desto mehr Wochengeld bekommst du. Ausbezahlt wird es von deinem Krankenversicherungsträger – in den meisten Fällen von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK).
2. Wer hat Anspruch auf Wochengeld?
Grundsätzlich haben alle Frauen Anspruch auf Wochengeld, die zu Beginn der Schutzfrist krankenversichert sind. Im Detail sind das:
- Arbeitnehmerinnen und Angestellte mit einer Pflichtversicherung in der Krankenversicherung
- Freie Dienstnehmerinnen mit Pflichtversicherung
- Geringfügig Beschäftigte, die sich selbst krankenversichert haben (§ 19a ASVG)
- Bezieherinnen von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe
- Bezieherinnen von Kinderbetreuungsgeld, wenn ein weiteres Kind kommt und der Wochengeldanspruch beim vorherigen Kind bestanden hat
- Frauen in Elternkarenz ohne Kinderbetreuungsgeld-Bezug – über das neue Sonderwochengeld (seit 2024)
Auch wenn dein Arbeitsverhältnis vor Beginn der Schutzfrist bereits beendet wurde, kannst du unter bestimmten Voraussetzungen noch Anspruch haben – etwa wenn die Schwangerschaft während eines mindestens dreimonatigen Arbeitsverhältnisses eingetreten ist und die Kündigung durch den Arbeitgeber erfolgte.
3. Wie lange bekomme ich Wochengeld?
| Situation | Dauer |
|---|---|
| Normalgeburt | 8 Wochen vor + 8 Wochen nach = 16 Wochen |
| Frühgeburt | 8 Wochen vor + 8 Wochen nach + entgangene Tage (max. 16 Wochen nach) |
| Kaiserschnitt / Mehrlingsgeburt | 8 Wochen vor + 12 Wochen nach der Geburt |
| Individuelles Beschäftigungsverbot | Ab Freistellung + 8 Wochen nach Geburt |
Bei einer Frühgeburt verlängert sich der Bezugszeitraum nach der Geburt um genau jene Tage, die vor der Geburt „verloren” gingen. Insgesamt gebührt das Wochengeld aber immer für mindestens 16 Wochen.
4. Wie hoch ist das Wochengeld 2026?
Die Höhe deines Wochengeldes hängt von deiner Einkommenssituation ab:
| Situation | Höhe des Wochengeldes |
|---|---|
| Unselbstständig beschäftigt | Nettoeinkommen der letzten 3 Monate + Sonderzahlungszuschlag |
| Freie Dienstnehmerin | Nettoeinkommen basierend auf Bruttomonatsbezügen |
| Geringfügig beschäftigt (selbstversichert) | 12,19 € pro Tag (2026) |
| Arbeitslosengeld / Notstandshilfe | 180 % der bisherigen Leistung |
| Kinderbetreuungsgeld-Bezieherin (weiteres Kind) | In Höhe des bisherigen täglichen Kinderbetreuungsgeldes |
| Sonderwochengeld (Karenz, kein Kinderbetreuungsgeld) | 60 % des letzten Arbeitsverdienstes |
| Selbstständig (GSVG) | 72,18 € pro Tag (2026) |
5. Wochengeld berechnen: Schritt für Schritt
Für Arbeitnehmerinnen und Angestellte wird das Wochengeld wie folgt berechnet:
Schritt 1: Nettoeinkommen ermitteln
Nimm deine Gehaltsabrechnungen der letzten drei vollen Kalendermonate vor Beginn der Schutzfrist. Addiere die Nettogehälter (ohne Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld).
Schritt 2: Sonderzahlungen herausrechnen
Sonderzahlungen werden nicht direkt einbezogen, sondern als prozentueller Zuschlag hinzugerechnet:
| Anzahl Sonderzahlungen laut KV | Zuschlag |
|---|---|
| 1 Sonderzahlung | +14 % |
| 2 Sonderzahlungen (Standard) | +17 % |
| Mehr als 2 Sonderzahlungen | +21 % |
Schritt 3: Tageswert berechnen
Teile den erhöhten Nettolohn durch die Anzahl der Kalendertage im Berechnungszeitraum (in der Regel 90 Tage). Das Ergebnis ist dein tägliches Wochengeld.
Tägliches Wochengeld = (Nettolohn der letzten 3 Monate + Sonderzahlungszuschlag) ÷ Anzahl der Kalendertage
Berechne dein Wochengeld mit unserem Rechner
Unser Wochengeld-Rechner im Familienkompass+ berechnet dein Wochengeld automatisch – basierend auf deiner persönlichen Situation.
Zum Wochengeld-Rechner →6. Sonderwochengeld: Die Wochengeldfalle ist geschlossen
Seit Juni 2024 gibt es das Sonderwochengeld – eine wichtige Neuerung, die die sogenannte „Wochengeldfalle” schließt. Was war das Problem? Bisher fielen Mütter, die sich für das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld entschieden haben und nach dessen Ende noch in Elternkarenz blieben, komplett um ihr Wochengeld um, wenn sie in dieser Zeit erneut schwanger wurden.
Wer hat Anspruch auf Sonderwochengeld?
- Du befindest dich in Elternkarenz nach dem MSchG
- Du beziehst kein Kinderbetreuungsgeld mehr
- Du wirst erneut schwanger und der Mutterschutz beginnt während dieser Karenz
Wie hoch ist das Sonderwochengeld?
Das Sonderwochengeld beträgt 60 Prozent des letzten Arbeitsverdienstes vor der Karenz. Liegt der Verdienst in einem vergangenen Kalenderjahr, wird er valorisiert (an die Inflation angepasst).
Auch für Wiedereinsteiger und Teilzeitkräfte
Du hast auch Anspruch auf Sonderwochengeld, wenn du nach der Karenz für kurze Zeit wieder arbeiten gegangen bist und der Mutterschutz für das nächste Kind innerhalb von drei Monaten nach Karenzende eintritt. Es wird ein Günstigkeitsvergleich durchgeführt.
7. Sonderfälle
Wochengeld bei Arbeitslosigkeit
Wenn du Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe beziehst, erhältst du Wochengeld in Höhe von 180 Prozent deiner letzten Leistung. Bei einem Wechsel von Arbeitslosengeld auf Notstandshilfe wird der für dich günstigere Betrag herangezogen.
Wochengeld bei Bildungskarenz
Wenn du dich in Bildungskarenz befindest und Weiterbildungsgeld beziehst, wird das Wochengeld vom Arbeitsverdienst der letzten drei Monate vor dem Weiterbildungsgeldbezug berechnet.
Wochengeld bei Kinderbetreuungsgeld-Bezug (weiteres Kind)
Wenn du bereits Kinderbetreuungsgeld beziehst und erneut schwanger wirst, erhältst du Wochengeld in Höhe deines bisherigen täglichen Kinderbetreuungsgeld-Satzes – vorausgesetzt, du hattest beim ersten Kind ebenfalls Wochengeldanspruch.
Wochengeld bei Teilzeitarbeit / Elternteilzeit
Bei Teilzeitarbeit wird das Wochengeld auf Basis deines tatsächlichen Nettoeinkommens in Teilzeit berechnet. Das Sonderwochengeld kann durch den Günstigkeitsvergleich zu einem höheren Betrag führen.
8. Wochengeld beantragen: So geht’s
Das Wochengeld wird nicht automatisch ausgezahlt – du musst es aktiv beantragen.
Schritt 1: Unterlagen sammeln
- Ärztliche Bestätigung über den voraussichtlichen Entbindungstermin
- Arbeits- und Entgeltbestätigung – muss dein Arbeitgeber ausfüllen und direkt an die ÖGK senden
- Bei vorzeitigem Beschäftigungsverbot: Fachärztliches Freistellungszeugnis
Schritt 2: Antrag einreichen
Reiche die Unterlagen bei deinem Krankenversicherungsträger ein (meist die ÖGK). Das geht persönlich, per Post oder online über das Portal MeineSV (mit ID Austria).
Schritt 3: Auszahlung
Das Wochengeld wird alle vier Wochen im Nachhinein auf dein Konto überwiesen. Die erste Zahlung erfolgt ca. 4 Wochen nach Beginn des Mutterschutzes.
9. Überstunden & Wochengeld
Ein wichtiger Punkt, den viele nicht kennen: Seit einem Urteil des Obersten Gerichtshofs (OGH) müssen regelmäßig geleistete Überstunden sowie Sonn- und Feiertagsentgelte vor Meldung der Schwangerschaft bei der Berechnung des Wochengeldes berücksichtigt werden.
Da du ab Bekanntgabe der Schwangerschaft keine Überstunden mehr machen darfst, würde dein Wochengeld sonst niedriger ausfallen.
10. Wochengeld und Kinderbetreuungsgeld
Das Wochengeld und das Kinderbetreuungsgeld hängen eng zusammen:
- Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld beträgt 80 % deines täglichen Wochengeldes, maximal 80,12 € pro Tag (2026).
- Ein höheres Wochengeld führt automatisch zu einem höheren einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld.
- Du kannst innerhalb von 14 Tagen nach einer Nachberechnung des Wochengeldes auch eine Neuberechnung des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes beantragen.
- Das Kinderbetreuungsgeld beginnt erst nach dem Wochengeldbezug (also nach dem Mutterschutz).
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Zum KBG-Rechner →11. Häufige Fragen zum Wochengeld
Wie hoch ist das Wochengeld in Österreich 2026?
Die Höhe entspricht deinem durchschnittlichen Nettoverdienst der letzten drei Kalendermonate vor der Schutzfrist plus einem Sonderzahlungszuschlag (14 %, 17 % oder 21 %). Es gibt keine Obergrenze. Geringfügig Beschäftigte mit Selbstversicherung erhalten 12,19 € täglich.
Wann beginnt das Wochengeld?
8 Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin – also mit Beginn der Schutzfrist. Bei einem individuellen Beschäftigungsverbot kann es auch früher beginnen.
Wo beantrage ich das Wochengeld?
Beim zuständigen Krankenversicherungsträger, in den meisten Fällen bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK).
Muss ich Wochengeld versteuern?
Nein, das Wochengeld ist steuerfrei. Allerdings unterliegt es dem Progressionsvorbehalt.
Bekomme ich Wochengeld, wenn ich gekündigt wurde?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Wenn die Schwangerschaft während einer mindestens dreimonatigen Pflichtversicherung eingetreten ist und die Kündigung durch den Arbeitgeber erfolgte, besteht weiterhin Anspruch.
Was ist der Unterschied zwischen Wochengeld und Sonderwochengeld?
Das Wochengeld basiert auf deinem aktuellen oder letzten Einkommen. Das Sonderwochengeld (seit 2024) greift speziell dann, wenn du in Elternkarenz bist, kein KBG mehr beziehst und erneut schwanger wirst. Es beträgt 60 % des Arbeitsverdienstes vor der Karenz.
Bekomme ich Wochengeld als Selbstständige?
Ja, als GSVG-Versicherte erhältst du ein tägliches Wochengeld von 72,18 € (2026). Alternativ kannst du eine Betriebshilfe in Anspruch nehmen.
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Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.
Stand: Februar 2026