Geburtsorte & Optionen
Geburtsorte & Optionen
Krankenhaus, Geburtshaus oder Zuhause – finde deinen Weg
Wo möchtest du dein Baby zur Welt bringen? Diese Entscheidung ist sehr persönlich und hängt von deinen Wünschen, deinem Sicherheitsbedürfnis und deinem Gesundheitszustand ab. In Österreich und Deutschland hast du grundsätzlich freie Wahl zwischen Krankenhaus, Geburtshaus und Hausgeburt. Hier findest du einen ehrlichen Vergleich aller Optionen mit ihren Vor- und Nachteilen.
Krankenhaus
~98% aller Geburten in AT & DE
Die Geburt im Krankenhaus ist die häufigste Option und bietet die umfassendste medizinische Versorgung. Rund um die Uhr stehen Hebammen, Ärzte und Anästhesisten zur Verfügung. Bei Komplikationen kann sofort reagiert werden – vom Kaiserschnitt bis zur Versorgung des Neugeborenen.
Was erwartet dich?
Im Kreißsaal wirst du von einer Hebamme betreut, die allerdings meist für mehrere Frauen gleichzeitig zuständig ist. Die Schichtarbeitszeiten bedeuten, dass die betreuende Hebamme während der Geburt wechseln kann. Zur Schmerzlinderung stehen alle medizinischen Optionen bereit: von der Periduralanästhesie (PDA) über Lachgas bis zu Schmerzmitteln. Nach der Geburt kannst du einige Tage auf der Wochenbettstation bleiben oder dich für eine ambulante Geburt entscheiden.
Vorteile
- Umfassende medizinische Versorgung rund um die Uhr
- Sofortige Hilfe bei Komplikationen möglich
- Alle Schmerzlinderungsoptionen verfügbar (PDA, Lachgas)
- Kaiserschnitt jederzeit möglich
- Kinderärzte vor Ort (je nach Klinik)
- Stationärer Aufenthalt nach der Geburt möglich
- Auch für Risikoschwangerschaften geeignet
Nachteile
- Weniger persönliche Betreuung (1 Hebamme für mehrere Frauen)
- Hebammenwechsel durch Schichtdienst möglich
- Klinikumgebung kann als unpersönlich empfunden werden
- Höhere Interventionsrate (Wehentropf, Kaiserschnitt)
- Feste Abläufe und Routinen
- Weniger Bewegungsfreiheit je nach Ausstattung
Tipp: Beleghebamme oder Wahlhebamme
Du kannst auch im Krankenhaus eine persönliche Betreuung haben: Eine Beleghebamme (DE) oder Wahlhebamme (AT) begleitet dich während der gesamten Geburt – sie kennt dich bereits aus der Schwangerschaft und bleibt bei dir, bis dein Baby da ist. Die Kosten werden teilweise von der Krankenkasse übernommen.
Die passende Geburtsklinik findenTools
Du weißt noch nicht, welche Klinik zu dir passt? Diese Tools helfen dir bei der Suche – mit Filtermöglichkeiten nach Region, Ausstattung und Versorgungsstufe.
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Geburtshaus
~1–2% aller Geburten
Ein Geburtshaus ist eine von Hebammen geleitete Einrichtung, die eine natürliche Geburt in wohnlicher, entspannter Atmosphäre ermöglicht – ohne Ärzte und ohne medizinische Interventionen. Die Räume sind gemütlich eingerichtet und bieten oft Gebärwannen, Seile und verschiedene Positionen. Die Geburt wird von einer Hebamme im 1:1-Verhältnis begleitet.
Was erwartet dich?
Im Geburtshaus gebärst du ohne medikamentöse Schmerzlinderung – natürliche Methoden wie Wärme, Wasser, Massage und Atemtechniken stehen im Mittelpunkt. Die Hebamme ist nur für dich da und kennt dich meist schon aus der Schwangerschaft. Nach der Geburt gehst du nach wenigen Stunden nach Hause (ambulante Geburt). Bei Komplikationen erfolgt die Verlegung in ein Krankenhaus.
Vorteile
- Persönliche 1:1-Betreuung durch eine Hebamme
- Wohnliche, entspannte Atmosphäre
- Selbstbestimmte, natürliche Geburt
- Geringere Interventionsrate
- Alternative Geburtsmethoden (Wassergeburt etc.)
- Vertraute Hebamme, die dich schon kennt
Nachteile
- Keine PDA oder medikamentöse Schmerzlinderung
- Kein Arzt vor Ort
- Bei Komplikationen: Verlegung ins Krankenhaus nötig
- Nicht für Risikoschwangerschaften geeignet
- Nur ambulante Geburt möglich
- Begrenzte Verfügbarkeit (Wartelisten)
🇦🇹 Österreich
Die Kosten für die Geburtshausgeburt werden von der Krankenkasse übernommen. Es gibt rund 20 Geburtshäuser in Österreich. Eine frühzeitige Anmeldung ist wichtig, da die Plätze begrenzt sind.
🇩🇪 Deutschland
Seit 2008 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Geburtshausgeburten. Es gibt über 170 Geburtshäuser in Deutschland. Die Nachfrage ist hoch – melde dich früh an.
Hausgeburt
~1–2% aller Geburten
Bei einer Hausgeburt kommt dein Baby in deiner vertrauten Umgebung zur Welt – in deinem eigenen Zuhause, begleitet von einer erfahrenen Hausgeburtshebamme. Diese Form der Geburt setzt eine komplikationslose Schwangerschaft voraus und ist für Frauen geeignet, die sich in ihrer häuslichen Umgebung am wohlsten fühlen.
Was erwartet dich?
Eine Hausgeburtshebamme betreut dich bereits während der Schwangerschaft und ist ab etwa 3 Wochen vor dem errechneten Termin rund um die Uhr für dich erreichbar. Bei der Geburt ist sie durchgehend bei dir. Sie bringt die nötige Ausrüstung mit (CTG, Notfallequipment). Wie im Geburtshaus stehen keine medikamentösen Schmerzmittel zur Verfügung. Bei Komplikationen organisiert die Hebamme die Verlegung ins Krankenhaus.
Vorteile
- Vertraute, private Umgebung
- Maximale Selbstbestimmung
- Durchgehende 1:1-Betreuung
- Keine fremden Personen, kein Transport
- Geschwisterkinder können dabei sein
- Niedrigste Interventionsrate
Nachteile
- Keine PDA oder medizinische Schmerzlinderung
- Bei Notfall: Zeitverlust durch Transport
- Nicht für Risikoschwangerschaften
- Hausgeburtshebammen sind rar
- Kosten werden nur teilweise erstattet (AT privat)
- Ca. 10% werden in Klinik verlegt
🇦🇹 Österreich
Die Hausgeburtsrate liegt bei ca. 1,8%. Bei privaten Hebammen kostet eine Hausgeburt ca. 1.600–2.000 €, wovon etwa die Hälfte von der Krankenkasse rückerstattet wird. Bei Kassen-Hebammen werden die Kosten vollständig übernommen. In Österreich besteht Hebammenpflicht bei der Geburt.
🇩🇪 Deutschland
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Hausgeburten. Allerdings gibt es in vielen Regionen zu wenige Hausgeburtshebammen. Seit 2015 müssen Hausgeburtshebammen an der Qualitätssicherung (QUAG) teilnehmen.
Sicherheit: Was sagen die Studien?
Bei einer komplikationslosen Schwangerschaft zeigen Studien, dass außerklinische Geburten (Geburtshaus/Hausgeburt) für Mutter und Kind sicher sein können – mit dem Vorteil einer niedrigeren Interventionsrate. Wichtig: Bei Erstgebärenden ist die Verlegungsrate höher (bis zu 45% laut britischen Studien). Die DGGG empfiehlt für maximale Sicherheit eine Klinikgeburt. Am Ende ist es deine persönliche Entscheidung – informiere dich gut und besprich deine Situation mit deiner Hebamme und Ärztin.
Vergleich auf einen Blick
Welcher Geburtsort passt zu dir?
Diese Fragen können dir bei der Entscheidung helfen:
-
Wie ist dein Sicherheitsbedürfnis?Fühlst du dich sicherer mit umfassender medizinischer Versorgung? → Krankenhaus. Vertraust du auf deinen Körper und natürliche Prozesse? → Geburtshaus/Hausgeburt.
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Möchtest du Schmerzlinderung durch PDA?Wenn du dir diese Option offen halten möchtest, ist eine Klinikgeburt die richtige Wahl.
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Verläuft deine Schwangerschaft komplikationslos?Außerklinische Geburten sind nur bei unkomplizierten Schwangerschaften möglich. Bei Risikofaktoren ist eine Klinikgeburt empfohlen.
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Ist es dein erstes Kind?Bei Erstgebärenden ist die Verlegungsrate bei außerklinischen Geburten höher. Viele Hebammen empfehlen daher beim ersten Kind eine Klinikgeburt.
-
Wie wichtig ist dir eine persönliche Betreuung?Wenn du eine durchgehende 1:1-Betreuung möchtest, sind Geburtshaus oder Hausgeburt ideal – oder eine Beleghebamme in der Klinik.
Tipp: Informationsabende besuchen
Die meisten Kliniken und Geburtshäuser bieten Informationsabende und Kreißsaalführungen an. Nutze diese Möglichkeit, um die Räumlichkeiten zu sehen, Fragen zu stellen und ein Gefühl für die Atmosphäre zu bekommen. Melde dich frühzeitig an – die Termine sind oft schnell ausgebucht.
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