Wochenbett

Ankommen zu Hause

Ankommen zu Hause

Die ersten Tage als Familie – Zeit zum Kennenlernen

Endlich zu Hause! Nach der Geburt beginnt eine aufregende, intensive Zeit: Ihr lernt euer Baby kennen, findet euren Rhythmus und wachst als Familie zusammen. Die ersten Tage sind oft überwältigend – und genau deshalb verdienen sie Ruhe, Schutz und liebevolle Unterstützung.

Nimm das Wochenbett wörtlich!

Hebammen empfehlen: Die ersten 10 Tage solltest du so viel wie möglich liegen oder zumindest ruhen. Dein Körper braucht diese Zeit für Heilung und Rückbildung. Das Bett – oder Sofa – sollte dein Hauptaufenthaltsort sein. Der Haushalt kann warten, aber deine Erholung nicht.

Der Tag der Heimkehr

Ob nach 2–3 Tagen Klinikaufenthalt oder direkt nach einer ambulanten Geburt – der Tag der Heimkehr ist besonders. Die meisten Mütter verlassen die Klinik am 2. oder 3. Tag nach einer vaginalen Geburt (nach Kaiserschnitt: 4–5 Tage).

Tag 3 ist oft der schwierigste Tag

Der dritte Tag nach der Geburt ist hormonell der anspruchsvollste: Der Östrogen- und Progesteronspiegel sinkt stark ab, der Milcheinschuss beginnt, viele Frauen erleben den „Baby Blues”. Plane an diesem Tag keinen Umzug, keinen Besuch und keine Termine – nur Ruhe.

Vor der Heimkehr erledigt?

Frische Bettwäsche aufziehen, Kühlschrank füllen, Wäsche waschen – all das sollte idealerweise schon vor der Geburt erledigt sein.

Keine Termine am Entlassungstag

Kein Besuch, keine Behördengänge, keine Verpflichtungen. Nur nach Hause kommen, ins Bett kuscheln und staunen.

Partner sollte da sein

Ideal: Elternzeit ab Tag 1. Der Partner übernimmt Haushalt, Besorgungen, Geschwisterkinder – und ist einfach da.

Die erste Woche zu Hause

Die ersten 7–10 Tage nach der Geburt sind das „Frühwochenbett” – die intensivste Phase. Hier passiert unglaublich viel, gleichzeitig solltest du so wenig wie möglich tun.

Tag 1–2
Ankommen & Staunen
Baby schläft viel (Erholung von der Geburt). Nutze die Zeit zum Ausruhen. Viel Haut-auf-Haut-Kontakt. Erstes Anlegen/Füttern etablieren.
Tag 3–4
Milcheinschuss & Hormontief
Brüste werden prall und gespannt. Häufiges Anlegen hilft. Baby Blues möglich – Tränen sind normal. Hebamme kommt täglich.
Tag 5–7
Erste Routine
Stillen pendelt sich ein. Wochenfluss verändert sich (wird heller). Nabel trocknet ab. Du lernst Babys Signale besser zu deuten.
Tag 8–14
Langsam mehr Alltag
Kleine Spaziergänge möglich. Baby wird wacher. Nachwehen klingen ab. Vielleicht erste kurze Besuche – aber weiterhin viel Ruhe!

Besuch im Wochenbett

Natürlich wollen alle das Baby sehen! Aber: Jeder Besuch ist Anstrengung – für euch und für das Baby. Ihr dürft (und solltet!) Grenzen setzen.

„Das Wochenbett ist wie Flitterwochen – nur mit Baby. Niemand würde frisch Verheiratete täglich im Urlaub besuchen.”

– Hebammen-Weisheit

Goldene Regeln für Besucher

1

Termin absprechen – Niemals unangemeldet kommen. Kurz vorher nochmal nachfragen, ob es passt.

2

Essen mitbringen – Selbstgekochte Suppe, ein Kuchen oder fertige Mahlzeiten sind das beste Geschenk.

3

Kurz bleiben – Eine Stunde ist genug. Geht lieber früher, bevor alle erschöpft sind.

4

Helfen statt erwarten – Geschirrspüler ausräumen, Wäsche zusammenlegen, Geschwisterkind bespaßen.

5

Hände waschen – Direkt bei Ankunft. Babys Immunsystem ist noch unreif. Nicht küssen!

6

Keine Ratschläge – Nur geben, wenn ausdrücklich gefragt. Gutgemeinte Tipps stressen oft mehr, als sie helfen.

7

Nicht krank kommen – Bei Erkältung, Magen-Darm oder sonstigen Infekten: Besuch verschieben!

8

Baby nicht herumreichen – Das Baby gehört zu Mama und Papa. Nur halten, wenn angeboten.

Kommuniziert eure Wünsche

Sprecht schon vor der Geburt mit Familie und Freunden über eure Vorstellungen. Eine freundliche WhatsApp-Nachricht wie „Wir melden uns, wenn wir bereit für Besuch sind” wirkt Wunder und verhindert Missverständnisse.

Deine Hebamme im Wochenbett

Dein Anspruch auf professionelle Betreuung

Die Hebamme ist in den ersten Wochen deine wichtigste Ansprechpartnerin. Sie kommt zu dir nach Hause, kontrolliert die Rückbildung, unterstützt beim Stillen und hat ein offenes Ohr für alle Fragen und Sorgen.

  • Kontrolle von Rückbildung, Wochenfluss und Geburtsverletzungen
  • Stillberatung und Unterstützung bei Stillproblemen
  • Baby wiegen und Nabel kontrollieren
  • Anleitung für Babypflege (Wickeln, Baden, etc.)
  • Emotionale Unterstützung bei Baby Blues oder Überforderung
🇦🇹 Österreich
🇩🇪 Deutschland

Kassenleistung: Tägliche Hausbesuche Tag 1–5 (bei KS: bis Tag 6), dann 7 weitere Besuche bis zur 8. Woche. Bei Frühgeburt/Mehrlingen: bis zur 12. Woche. Wahlhebamme: 80% Rückerstattung des Kassentarifs.

Kassenleistung: Bis zum 11. Tag täglich bis zu 2 Hausbesuche. Dann insgesamt 16 weitere Kontakte bis 12 Wochen nach der Geburt. Bei Bedarf ärztliches Rezept für Verlängerung. Stillberatung bis Ende der Stillzeit.

Selbstfürsorge für Mama

Im Wochenbett dreht sich (fast) alles um das Baby – aber du bist genauso wichtig! Dein Körper hat Unglaubliches geleistet und verdient Pflege und Erholung.

Schlaf, wenn das Baby schläft

Die goldene Regel! Nutze jede Möglichkeit zum Ausruhen. Der Haushalt hat Zeit.

Essen & Trinken nicht vergessen

Vorgekochte Mahlzeiten, Stillkugeln, gesunde Snacks in Reichweite. Viel trinken, besonders beim Stillen!

Tränen sind erlaubt

Die Hormone spielen verrückt. Weinen ist normal und heilsam. Rede mit deinem Partner oder deiner Hebamme.

Hilfe annehmen

Wenn jemand fragt „Kann ich was tun?” – sag JA! Wäsche, Kochen, Einkaufen, auf das Baby aufpassen.