Stillen & Fläschchen

Milchstau

Milchstau erkennen & behandeln

Symptome, Soforthilfe und Vorbeugung

Eine verhärtete, schmerzende Stelle in der Brust, Rötung und vielleicht sogar leichtes Fieber – das sind typische Zeichen für einen Milchstau. Er gehört zu den häufigsten Stillproblemen und kann schnell sehr unangenehm werden. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Behandlung löst sich ein Milchstau meist innerhalb von 24–48 Stunden auf.

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Was ist ein Milchstau?

Bei einem Milchstau kann die Muttermilch nicht richtig aus der Brust abfließen. Die Milchgänge sind blockiert, das Brustgewebe schwillt an und verhärtet sich. Das führt zu Druck, Schmerzen und Entzündungszeichen.

Ein Milchstau kann in jedem Stadium der Stillzeit auftreten – besonders häufig ist er aber in den ersten Wochen, beim Milcheinschuss, bei Veränderungen im Stillrhythmus und beim Abstillen.

Wichtig

Ein Milchstau sollte schnell behandelt werden! Unbehandelt kann er sich innerhalb von 24–48 Stunden zu einer Brustentzündung (Mastitis) entwickeln.

Symptome: So erkennst du einen Milchstau

  • Verhärtete Stelle in der Brust
    Ein klar abgrenzbarer, fester Knoten oder Bereich
  • Schmerzen
    Die betroffene Stelle tut weh, besonders bei Berührung
  • Rötung
    Die Haut über der verhärteten Stelle kann gerötet sein
  • Überwärmung
    Die Stelle fühlt sich wärmer an als der Rest der Brust
  • Spannungsgefühl
    Die Brust fühlt sich prall und unangenehm an
  • Leichtes Fieber
    Temperatur bis 38,4 °C ist typisch für einen Milchstau

Ursachen: Wie entsteht ein Milchstau?

Zu seltenes oder unvollständiges Stillen

  • Längere Abstände zwischen den Stillmahlzeiten
  • Baby schläft plötzlich länger durch
  • Baby trinkt nicht lang genug

Ungünstige Anlegetechnik

Mechanischer Druck auf die Brust

  • Zu enger BH oder einschneidende Träger
  • Tasche oder Gurt drückt auf die Brust
  • Auf dem Bauch schlafen

Weitere Faktoren

  • Stress und Übermüdung
  • Milk Bleb (weißer Punkt auf der Brustwarze)
  • Überproduktion von Milch

Behandlung: Was bei Milchstau hilft

Das wichtigste Prinzip: Die Brust muss entleert werden!

Sofort-Maßnahmen

1

Häufig stillen – betroffene Seite zuerst

Lege dein Baby alle 1–2 Stunden an, auch nachts. Beginne immer mit der betroffenen Brust – dort saugt das Baby am kräftigsten.

2

Wärme vor dem Stillen

Warmer Waschlappen oder warme Dusche für 5–10 Minuten direkt vor dem Stillen – das weitet die Milchgänge und erleichtert den Abfluss.

3

Massage während des Stillens

Massiere die verhärtete Stelle sanft Richtung Brustwarze, während dein Baby trinkt. Nicht zu fest drücken – das kann das Gewebe verletzen.

4

Kühlen nach dem Stillen

Gekühlte Weißkohlblätter sind das bewährte Hausmittel: Aus dem Kühlschrank nehmen, Mittelrippe entfernen, leicht anwalzen und in den BH legen.

5

Ruhe!

Bettruhe ist bei Milchstau wichtig. Leg dich mit deinem Baby ins Bett und stille im Liegen.

6

Ibuprofen bei Bedarf

Ibuprofen ist stillverträglich und hilft doppelt: lindert Schmerzen und wirkt entzündungshemmend. Bei starken Beschwerden bis zu 400 mg alle 6–8 Stunden (max. 1200 mg/Tag).

Praktischer Helfer

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Was du NICHT tun solltest

  • Die Brust „leer pumpen” – das regt die Produktion zusätzlich an
  • Zu fest massieren – das kann das Gewebe verletzen
  • Stillen pausieren – das verschlimmert den Stau
  • Abwarten und hoffen – schnelles Handeln ist wichtig

Die besten Stillpositionen bei Milchstau

Die goldene Regel: Das Kinn deines Babys zeigt auf die verstopfte Stelle – dort saugt es am kräftigsten! Mehr zu Stillpositionen: Baby richtig anlegen & Stillpositionen.

Stau oben/innen (Richtung Brustbein)

Football-Haltung

Baby liegt seitlich unter deinem Arm, Kinn zeigt nach oben/innen zur verstopften Stelle.

Stau unten/außen

Klassischer Wiegegriff

Kinn zeigt nach unten/außen – die natürlichste Position für diese Staurichtung.

Stau oben/außen

Vierfüßlerstand über dem Baby

Ungewöhnlich, aber sehr effektiv! Baby liegt auf dem Rücken, du kniest über ihm. Die Schwerkraft hilft beim Entleeren.

Stau unten/innen

Seitenlage

Baby leicht nach hinten geneigt in der Seitenlage, Kinn zeigt zur betroffenen Stelle.

Milchstau vorbeugen

  • Regelmäßig stillen
    Keine zu langen Pausen, auch nachts anlegen
  • Stillpositionen wechseln
    So werden alle Brustbereiche gleichmäßig entleert
  • Gut sitzender BH
    Stützend, aber nicht einengend – keine Bügel in der Stillzeit
  • Auf Druckstellen achten
    Keine schweren Taschen über der Schulter, nicht auf dem Bauch schlafen
  • Stress reduzieren
    Leichter gesagt als getan – aber Stress hemmt den Milchspendereflex
  • Genug trinken und essen
    Dein Körper braucht Energie für die Milchproduktion

Milchstau vs. Mastitis: Der Unterschied

Ein Milchstau kann sich unbehandelt zu einer Mastitis (Brustentzündung) entwickeln. So unterscheidest du beides:

SymptomMilchstauMastitis
FieberLeicht, unter 38,4 °CHoch, über 38,4 °C
AllgemeinbefindenLeicht beeinträchtigtStark beeinträchtigt, grippeähnlich
SchüttelfrostNeinHäufig
RötungLeicht oder keineStark, oft keilförmig
Besserung durch StillenJa, relativ schnellLangsamer, oft Antibiotika nötig

Wann zum Arzt oder zur Hebamme?

Sofort Hilfe holen bei:

  • Fieber über 38,4 °C
  • Schüttelfrost oder starkem Krankheitsgefühl
  • Keine Besserung nach 24–48 Stunden trotz Maßnahmen
  • Starke Schmerzen, die nicht nachlassen
  • Eitrige Absonderung aus der Brustwarze
  • Rote Streifen auf der Brust

Diese Symptome können auf eine Mastitis hindeuten, die oft mit Antibiotika behandelt werden muss. Wichtig: Auch bei Mastitis sollst du weiterstillen!

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Das Wichtigste

Schnell handeln! Die meisten Milchstaus lösen sich innerhalb von 24–48 Stunden, wenn du häufig stillst, Wärme vor und Kälte nach dem Stillen anwendest und dich ausruhst. Hol dir früh Hilfe, wenn es nicht besser wird.

Quellen: Academy of Breastfeeding Medicine: Protocol #4 Mastitis, 2022; WHO: Mastitis – Causes and Management; La Leche Liga: Blocked Ducts and Mastitis; BZgA: Stillen und Muttermilchernährung, 2024.
Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Stillberatung.
Stand: Februar 2026