Stillen & Fläschchen

Muttermilch abpumpen & aufbewahren

Muttermilch abpumpen & aufbewahren

Der komplette Guide für Flexibilität beim Stillen

Ob du einen Milchvorrat anlegen möchtest, wieder arbeiten gehst oder dein Partner auch mal füttern soll – Abpumpen gibt dir Flexibilität. Hier erfährst du alles über die richtige Pumpe, optimale Pumptechnik, Hygiene und wie du Muttermilch sicher aufbewahrst.

Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links (mit * gekennzeichnet). Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir eine kleine Provision – für dich bleibt der Preis gleich. So können wir Familienzauber finanzieren und weiterhin kostenlose Inhalte anbieten.

Wann ist Abpumpen sinnvoll?

  • Milchvorrat anlegen
    Für Flexibilität und Notfälle
  • Wiedereinstieg in den Job
    Baby kann weiterhin mit Muttermilch gefüttert werden
  • Partner einbeziehen
    Auch Papa oder andere können füttern
  • Entlastung bei Milchstau
    Überschüssige Milch entfernen
  • Zusätzliche Stimulation nach dem Stillen
  • Frühchen oder krankes Baby
    Wenn direktes Stillen nicht möglich ist
  • Kurze Stillpause zur Heilung

Erst Stillen etablieren

In den ersten 4–6 Wochen solltest du wenn möglich primär stillen, um die Milchproduktion zu etablieren. Abpumpen als Ersatz kann zu Saugverwirrung führen. Ausnahme: Medizinisch notwendiges Abpumpen (z.B. bei Frühchen).

Welche Milchpumpe ist die richtige?

Handmilchpumpe

Günstig, leise, kompakt, keine Stromquelle nötig, gut für gelegentliches Pumpen

Anstrengend bei häufigerem Gebrauch, nur einseitig

Ideal für: Gelegentliches Abpumpen, unterwegs, als Backup

Elektrische Einzelpumpe

Komfortabler als Handpumpe, günstiger als Doppelpumpe

Zeitaufwändiger als Doppelpumpe

Ideal für: Regelmäßiges, aber nicht tägliches Abpumpen

Elektrische Doppelpumpe

Schneller (beide Seiten gleichzeitig), stimuliert Milchproduktion stärker, zeitsparend

Teurer, weniger diskret

Ideal für: Tägliches Abpumpen, berufstätige Mütter, Milchmenge steigern

Tragbare Hands-free Pumpen Beliebt

Freie Hände, diskret, überall nutzbar

Teuer, manchmal weniger effektiv als stationäre Pumpen

Ideal für: Maximale Flexibilität, Pumpen während der Arbeit, aktive Mütter

Unsere Empfehlung

Medela Freestyle Hands-Free

Tragbare Doppelmilchpumpe, die in den BH passt. Du kannst während des Pumpens arbeiten, Haushalt machen oder dich um dein Baby kümmern. Ideal für berufstätige Mütter oder wenn du regelmäßig abpumpst.

Bei Amazon ansehen*

Milchpumpe auf Rezept

In Österreich und Deutschland kannst du dir eine elektrische Milchpumpe auf Rezept verschreiben lassen – z.B. bei Frühgeburt, krankem Baby, Milchstau, Mastitis, Milchüberschuss oder Flach-/Hohlwarzen. Frag deine Hebamme oder Gynäkologin!

So pumpst du richtig ab

Vor dem Pumpen

1

Hände waschen

Mindestens 20 Sekunden mit Seife – das ist die wichtigste Hygienemaßnahme.

2

Entspannen

Der Milchspendereflex funktioniert besser, wenn du ruhig bist. Suche dir einen bequemen Platz.

3

Wärme anwenden

Ein warmer Waschlappen auf der Brust oder eine warme Dusche fördert den Milchfluss.

4

An dein Baby denken

Foto anschauen, ein Kleidungsstück riechen – das fördert die Oxytocinausschüttung und damit den Milchfluss.

Während des Pumpens

  • Richtige Flanschgröße
    Die Brustwarze sollte frei in der Mitte schwingen, nicht an den Seiten reiben
  • Stimulationsphase zuerst
    Schnelle, leichte Saugbewegungen imitieren das anfängliche Saugen des Babys
  • Abpumpphase
    Langsamere, stärkere Züge, wenn die Milch fließt
  • Saugstärke anpassen
    So stark wie angenehm, nicht so stark wie möglich!
  • Brust sanft massieren
    Fördert die Entleerung aller Milchgänge

Dauer und Häufigkeit

SituationDauerHäufigkeit
Einzelpumpe pro Seite15–20 MinutenBis Milchfluss nachlässt
Doppelpumpeca. 15 MinutenBeide Seiten gleichzeitig
Vorrat aufbauenNach dem Stillen1–2× täglich
Wenn nicht gestillt wird15–20 MinutenAlle 3 Stunden (auch nachts)

Hygiene beim Abpumpen

Vor jedem Pumpen

  • Hände gründlich waschen
  • Saubere Pumpteile verwenden
  • Arbeitsfläche sauber halten

Nach jedem Pumpen

  • Alle Teile, die mit Milch in Kontakt kommen, zerlegen
  • Mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen
  • Gründlich abspülen
  • An der Luft trocknen lassen (nicht abtrocknen)

Einmal täglich

Teile sterilisieren – durch Auskochen, Dampfsterilisator oder Mikrowellen-Sterilisationsbeutel. In den ersten 3 Monaten empfohlen, danach optional.

Offenes vs. geschlossenes System

Geschlossene Pumpsysteme (wie Medela): Schläuche müssen nicht gereinigt werden, es sei denn Milch ist hineingelangt. Offene Systeme: Schläuche können mit Milch in Kontakt kommen und müssen dann gereinigt werden.

Muttermilch richtig aufbewahren

Die Aufbewahrungszeiten gelten für gesunde, termingeborene Babys:

OrtTemperaturHaltbarkeit
Zimmertemperaturbis 25°C4–6 Stunden (ideal: sofort kühlen)
Kühltasche mit Kühlakkusca. 15°C24 Stunden
Kühlschrank4°C3–5 Tage (hinten lagern, nicht in der Tür)
Gefrierfach im Kühlschrank-15°C2 Wochen
Gefrierschrank-18°C oder kälter6 Monate optimal, bis 12 Monate akzeptabel

Tipps zur Aufbewahrung

  • Immer Datum und Uhrzeit auf den Behälter schreiben
  • Kleine Portionen einfrieren (60–120 ml) – weniger Verschwendung
  • Muttermilch vom selben Tag darf zusammengeschüttet werden (erst kühlen!)
  • Immer die älteste Milch zuerst verwenden
Für den Vorrat

Medela Muttermilchbeutel

Hygienische Einweg-Beutel zum Aufbewahren und Einfrieren von Muttermilch. Mit Beschriftungsfeld für Datum und Menge, platzsparend im Gefrierschrank.

Bei Amazon ansehen*

Einfrieren und Auftauen

Richtig einfrieren

  • Nur frisch abgepumpte oder gekühlte Milch einfrieren (nicht Reste!)
  • Behälter nur zu 3/4 füllen – Milch dehnt sich beim Frieren aus
  • Spezielle Muttermilchbeutel oder Gefrierbehälter verwenden
  • Datum und Menge beschriften
  • Hinten im Gefrierschrank lagern (konstantere Temperatur)

Richtig auftauen

  • Am besten: Über Nacht im Kühlschrank
    Dauert 8–12 Stunden, schonendste Methode
  • Schneller: Unter fließend warmem Wasser
    Nicht heißes Wasser verwenden!
  • Notfall: In einer Schüssel mit warmem Wasser
  • NIEMALS: In der Mikrowelle oder auf dem Herd!

Nach dem Auftauen

  • Im Kühlschrank aufgetaute Milch innerhalb von 24 Stunden verwenden
  • Bei Zimmertemperatur aufgetaute Milch innerhalb von 2 Stunden verwenden
  • Aufgetaute Milch NIEMALS wieder einfrieren
  • Reste nach dem Füttern wegschütten

Warum keine Mikrowelle?

Die Mikrowelle erwärmt ungleichmäßig und kann heiße Stellen erzeugen, die dein Baby verbrennen. Außerdem werden wertvolle Inhaltsstoffe zerstört.

Muttermilch richtig erwärmen

1

Wasserbad vorbereiten

Flasche oder Beutel in eine Schüssel mit warmem Wasser stellen.

2

Warten und schwenken

Einige Minuten warten und gelegentlich sanft schwenken.

3

Temperatur testen

Am Handgelenk testen – sollte lauwarm sein, nicht heiß.

4

Sofort füttern

Erwärmte Milch nicht stehen lassen, sondern direkt verwenden.

Schichten sind normal!

Gekühlte oder aufgetaute Muttermilch trennt sich in Fett und wässrigen Teil. Das ist völlig normal! Einfach sanft schwenken (nicht schütteln), um sie wieder zu vermischen.

Elektrische Flaschenwärmer sind praktisch, aber achte darauf, dass sie nicht über 40°C erhitzen. Zu hohe Temperaturen zerstören wertvolle Inhaltsstoffe der Muttermilch.

Tipps für mehr Milch beim Pumpen

Viele Frauen sind enttäuscht, wie wenig sie abpumpen können – obwohl sie eigentlich genug Milch haben. Das Baby ist viel effektiver als jede Pumpe!

1

Entspannen

Stress hemmt den Milchspendereflex. Atme tief durch, höre Musik oder schaue eine Serie.

2

An dein Baby denken

Foto, Video, Geruch – das fördert Oxytocin und damit den Milchfluss.

3

Richtige Flanschgröße prüfen

Zu klein oder zu groß reduziert die Milchmenge erheblich. Bei Unsicherheit Stillberaterin fragen.

4

Wärme und Massage

Warmer Waschlappen vorher, Brust sanft massieren während des Pumpens.

5

Morgens pumpen

Da ist die Milchmenge am höchsten – ideal für den Vorrat.

6

Nach dem Stillen pumpen

Zusätzliche Stimulation signalisiert dem Körper: mehr produzieren!

7

Power Pumping

20 Min pumpen → 10 Min Pause → 10 Min pumpen → 10 Min Pause → 10 Min pumpen. Simuliert Clusterfeeding.

Buchtipp

„Stillen” von Márta Guóth-Gumberger

Ein umfassender Ratgeber, der auch ausführlich auf Abpumpen und Muttermilch-Aufbewahrung eingeht – mit vielen praktischen Tipps.

Bei Amazon ansehen*

Erinnere dich

Die Pumpmenge ist kein Maß für deine Milchproduktion! Babys sind viel effizienter als Pumpen. Wenn dein Baby beim direkten Stillen satt wird und gut zunimmt, produzierst du genug – auch wenn beim Abpumpen weniger herauskommt als erwartet.

Quellen: Academy of Breastfeeding Medicine: Protocol #8 Human Milk Storage; CDC: Proper Storage and Preparation of Breast Milk; La Leche Liga: Pumping and Storing Breastmilk; BZgA: Stillen und Muttermilchernährung.
Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Stillberatung.
Stand: Februar 2026