Gesundheit und Vorsorge im Kleinkindalter
Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und typische Kinderkrankheiten
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, um die Entwicklung deines Kindes zu begleiten und eventuelle Auffälligkeiten früh zu erkennen. In Österreich und Deutschland gibt es dafür strukturierte Programme. Hier erfährst du, was wann ansteht.
Vorsorgeuntersuchungen im Kleinkindalter
🇩🇪 U-Untersuchungen in Deutschland
Die U-Untersuchungen im Kleinkindalter sind U7, U7a, U8 und U9. Sie werden im gelben Kinder-Untersuchungsheft (U-Heft) dokumentiert und von den Krankenkassen bezahlt.
| Untersuchung | Alter | Schwerpunkte |
|---|---|---|
| U7 | 21–24 Monate | Sprachentwicklung, Motorik, Sozialverhalten, Hör-/Sehtest |
| U7a | 34–36 Monate | Sprachentwicklung, Sehen, allergische Erkrankungen |
| U8 | 46–48 Monate | Koordination, Sprache, Sozialverhalten, Sehtest |
| U9 | 60–64 Monate | Schulreife, Sprache, Motorik, Hör-/Sehtest |
🇦🇹 Eltern-Kind-Pass-Untersuchungen in Österreich
In Österreich werden die Vorsorgeuntersuchungen im Eltern-Kind-Pass dokumentiert. Für Kleinkinder relevant sind die Untersuchungen 6 bis 9.
| Untersuchung | Alter | Schwerpunkte |
|---|---|---|
| 6. EKP | 10–14 Monate | Motorik, erste Worte, Sozialverhalten |
| 7. EKP | 22–26 Monate | Sprachentwicklung, Laufen, Spielverhalten |
| 8. EKP | 34–38 Monate | Sprache, Feinmotorik, Sozialverhalten |
| 9. EKP | 46–50 Monate | Koordination, Sprache, Kindergartenreife |
Wichtig: Die EKP-Untersuchungen sind Voraussetzung für den vollen Bezug des Kinderbetreuungsgeldes!
Termine nicht verpassen!
Notiere dir die Termine im Kalender oder nutze unseren digitalen Assistenten. Die Untersuchungen haben Zeitfenster. Werden sie verpasst, können manche nicht nachgeholt werden (AT) oder es entfällt das Einladungswesen (DE).
EKP & Impfungen
Alle Untersuchungen des Eltern-Kind-Passes bis zur neunten und der Impfplan Österreich, auf das Geburtsdatum deines Kindes gerechnet, in Deutschland U-Heft und STIKO-Impfkalender. Eine Zeile je Termin, abhaken, vormerken, fertig. Erinnert wirst du über die Wochenübersicht in Fristen & Termine.
Zu EKP & Impfungen →Impfungen im Kleinkindalter
Im Kleinkindalter stehen vor allem Auffrischungsimpfungen an. Die Grundimmunisierung erfolgt meist im ersten Lebensjahr, aber einige Impfungen werden zwischen 1 und 5 Jahren aufgefrischt oder erstmals gegeben.
MMR (Masern, Mumps, Röteln)
Zwei Impfungen im Kleinkindalter. Den genauen Zeitplan gibt der österreichische Impfplan vor, deine Kinderärztin bespricht die Termine mit dir. In Deutschland gilt seit 2020 die Masern-Impfpflicht für Kita und Schule.
Varizellen (Windpocken)
Oft gemeinsam mit MMR als MMRV. 2 Impfungen zwischen 11 und 23 Monaten. Schützt vor Windpocken und späterem Gürtelrose-Risiko.
Auffrischung 6-fach-Impfung
Die 4. Dosis der 6-fach-Impfung (Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio, Hib, Hepatitis B) erfolgt mit 11–14 Monaten.
Meningokokken
Meningokokken C: 1 Impfung ab 12 Monaten. In AT auch Meningokokken B empfohlen (2–3 Impfungen je nach Alter).
Impfpass dabei haben!
Bring zu jeder Vorsorgeuntersuchung den Impfpass mit. Der Kinderarzt prüft, ob alle Impfungen aktuell sind und kann fehlende nachholen. Bei Fragen zu Impfungen: Sprich offen mit deinem Arzt!
Typische Kinderkrankheiten
Im Kleinkindalter, besonders nach Kita-Start, häufen sich Infekte. Das ist normal und trainiert das Immunsystem. Hier die häufigsten:
Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Bläschen im Mund, an Händen und Füßen. Hochansteckend, aber meist harmlos. Heilt von selbst in 7–10 Tagen.
Drei-Tage-Fieber: Plötzliches hohes Fieber für 3–4 Tage, dann Hautausschlag. Typisch für 6–24 Monate. Meist harmlos, klingt von selbst ab.
Scharlach: Halsschmerzen, Fieber, Himbeerzunge, Hautausschlag. Braucht Antibiotika! Ansteckend bis 24 Stunden nach Antibiotika-Beginn.
Pseudokrupp: Bellender Husten, Heiserkeit, meist nachts. Kalte Luft hilft. Bei Atemnot sofort Arzt/Notarzt rufen!
Wann zum Arzt?
Sofort: Atemnot, Bewusstseinsveränderung, starke Schmerzen, Fieber bei Säuglingen unter 3 Monaten. Zeitnah: Fieber über 39°C länger als 3 Tage, Trinkverweigerung, ungewöhnliche Hautveränderungen, Ohrenschmerzen.
Die 10. Untersuchung: Schulreife prüfen
Zwischen dem 58. und 62. Lebensmonat folgt die 10. und letzte Eltern-Kind-Pass-Untersuchung des Kindes vor dem Schuleintritt. Im Mittelpunkt stehen ein Schulreifetest sowie eine abschließende Kontrolle von Seh-, Hör- und Sprachentwicklung sowie der Motorik. Fällt dabei etwas auf, kann rechtzeitig vor Schulbeginn noch gezielt gefördert oder eine Fachstelle eingebunden werden.
Vom Mutter-Kind-Pass zum Eltern-Kind-Pass
Seit 1. Jänner 2024 heißt der Mutter-Kind-Pass offiziell Eltern-Kind-Pass (EKP), das ist im Eltern-Kind-Pass-Gesetz (EKPG) 2023 geregelt. Der neue Name spiegelt wider, dass heute unterschiedliche Familienkonstellationen den Pass nutzen, nicht nur Müttern. Mit der Umbenennung wurde der Leistungsumfang erweitert, etwa um zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen sowie Angebote zu Ernährung, Gesundheit und seelischem Wohlbefinden.
Inhaltlich ändert die Umbenennung für dich als Elternteil wenig, die Untersuchungstermine und -inhalte bleiben im Kern erhalten. Achte beim Sprechen mit Behörden, der Krankenkasse oder auf Formularen aber auf den aktuellen Namen Eltern-Kind-Pass, der alte Begriff Mutter-Kind-Pass ist mehr als zwei Jahre nicht mehr amtlich.
Eltern-Kind-Pass und Kinderbetreuungsgeld: was wirklich zählt
Für den vollen Bezug des Kinderbetreuungsgeldes zählen ausschließlich die ersten zehn Eltern-Kind-Pass-Untersuchungen: die 5 Untersuchungen der Mutter während der Schwangerschaft und die ersten 5 Untersuchungen des Kindes. Diese müssen bis zum 15. Lebensmonat des Kindes bei der Krankenkasse nachgewiesen werden, fehlt eine davon, wird das Kinderbetreuungsgeld pro Elternteil um 1.300 Euro gekürzt.
Die Untersuchungen 6 bis 10 auf dieser Seite, also alle ab dem 10. Lebensmonat, sind für diese Kürzung nicht relevant. Sie bleiben trotzdem wichtig für die Gesundheit deines Kindes, wirken sich aber nicht auf die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes aus. Mehr zu den Regeln rund um das Kinderbetreuungsgeld findest du im Finanzguide.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn ich eine Eltern-Kind-Pass-Untersuchung des Kleinkindalters verpasse?
Die Untersuchungen 6 bis 10 wirken sich nicht auf die Höhe des Kinderbetreuungsgeldes aus, anders als die ersten 5 Untersuchungen des Kindes. Sinnvoll bleiben sie trotzdem, manche Zeitfenster lassen sich später nicht mehr nachholen, am besten direkt bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt nachfragen.
Was ist der Unterschied zwischen den U-Untersuchungen und dem Eltern-Kind-Pass?
Die U-Untersuchungen (U1 bis U9) sind das deutsche Vorsorgesystem, der Eltern-Kind-Pass mit seinen Untersuchungen 1 bis 10 das österreichische. Beide prüfen ähnliche Entwicklungsbereiche, sind aber unterschiedlich benannt und getaktet.
Muss mein Kind alle empfohlenen Impfungen bekommen?
Der österreichische Impfplan ist eine Empfehlung des Nationalen Impfgremiums, keine Pflicht. Welche Impfungen für dein Kind sinnvoll sind, bespricht du am besten individuell mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt.